Baltic Dance Theatre

Waiting for… / The Rite of Spring

Mit diesem Tanzabend, der Tradition und Moderne auf kontrovers-eindringliche Art verbindet, beweist die polnische Choreographin Isadora Weiss, dass sie zur Elite der Choreographen gehört. Mit ihrem Stück „Waiting for…“ und ihrer Neu- und Eigeninterpretation von Strawińskis „Le Sacre du Printemps“ („The Rite of Spring“), das zu den kompliziertesten und meistinterpretierten Ballettstücken der Welt gehört, gelingt es ihr, moderne Themen mit zeitgenössischem, aber traditionell gewachsenen Tanz zu vereinen.

Seit Samuel Beckett mit „Waiting for Godot“ das Warten zur postmodernen Existenzform erhob, steht es als Metapher für unerfüllte Sehnsüchte und unrealisierbare Träume. Weiss führt in Anspielung auf Beckett das Warten als Moment der Spannungssteigerung, der Sinnschärfung und der Instabilität ein. Zu einer Kollage aus klassischer und moderner Musik lässt Weiss ihre Tänzer das Warten als eine kulminierte Erfahrung aus körperlicher Anspannung, seelischer Getriebenheit, aber auch der philosophischen Suche nach Wahrhaftigkeit erproben.

Zur klassischen Musik von „The Rite of Spring“ greift Weiss ebenfalls ein modernes Problem auf: die Beziehung von Mann und Frau in einer globalisierten Welt, die Emanzipation und Gleichberechtigung verspricht, im Atemzug des Versprechens es jedoch bricht. Die Herabwürdigung der Frau als sexuelles Objekt, kulturell gewachsene männliche Dominanz und Grausamkeit führen die neue proklamierte Gender-Ordnung ad absurdum. Mit ihrer eigenen tänzerischen Sprache und emotionaler Ausdruckskraft führt Weiss „The Rite of Spring“ in neue Dimensionen.

 
 

Choreographie

Izadora Weiss

Tänzer

Beata Giza, Franciszka Kierc, Julia Ławrenowa, Agnieszka Wojciechowska, Natalia Madejczyk, Paulina Wojtkowska, Amelia Forrest, Michał Łabuś, Maciej Szymczak, Michał Ośka, Bartosz Kondracki, Filip Michalak, Radosław Palutkiewicz, Graziano Bongiovanni

Musik

Philip Glass, Antonio Vivaldi, Marin Marais, Peteris Vasks, George Gershwin | Igor Strawiński

Licht

Piotr Miszkiewicz / Mirosław Poznański

Dauer

ca. 95 min

Wo, Wann & Wieviel?

Dienstag, 17.7.2012, 20:30 Uhr
Theaterlabor Tor 6